Aktion kritischer Schüler_innen Vorarlberg

Feminismus

Frauenförderung und frauenpolitische Schwerpunkte sind ein wichtiger Teil für unsere Arbeit in der AKS. Das bedeutet für uns, dass wir auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf unseren Veranstaltungen achten, geschlossene Veranstaltungen nur für Frauen (inklusive Trans*-Personen) anbieten und geschlechtergerecht sprechen.

Wir als AKS wollen Frauen aktiv fördern, den Platz einzunehmen, der ihnen in der Gesellschaft genommen wird. Dabei ist es für uns besonders wichtig, Frauenfreiräume zu schaffen, in denen sich Frauen vernetzen und bestärken können. In den Landesorganisationen und Ortsgruppen bietet die AKS geschlossene Frauenarbeit an und auf Seminaren gibt es immer einen Frauenraum als Rückzugsort. Ein besonderes Highlight des Jahres ist das Feministische Seminar (FemSem), bei dem sich Frauen ein ganzes Wochenende lang in Workshops mit verschiedenen Themen auseinandersetzen und sich untereinander vernetzen können. Weitere Informationen dazu findest du unter www.femsem.at!

Noch heute sind Frauen in vielen Bereichen benachteiligt. Zwar auf dem Papier gleichberechtigt, gibt es immer noch enorme Unterschiede im Einkommen von Mann und Frau, Frauen werden diskriminiert oder als Sexobjekt gesehen und Rollenbilder schränken unser aller Leben ein.

Um Zeichen zu setzen und Schritte nach vorne zu machen, beschäftigt sich die AKS intensiv mit den verschiedensten Facetten der Diskriminierung von Frauen. Hier findest du einige Beispiele und Erklärungen, warum es immer noch wichtig ist, für die Rechte von Frauen zu kämpfen!

Sexismus

“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren”

„Sexismus“ bezeichnet die Diskriminierung oder die Unterdrückung eines Menschen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit. Geprägt wurde dieser Ausdruck von der US- amerikanischen Frauenbewegung der 60er Jahre und wurde an den Begriff „Rassismus“ (racism – sexism) angelehnt. Frauen werden gesellschaftlich und in vielen Ländern gesetzlich diskriminiert. Der weibliche Körper wird als Sexobjekt betrachtet; herabwürdigende Witze, blöde Anmache und Angrapschen stehen an der Tagesordnung und Medien reproduzieren die gängige Vorstellung, dass das okay ist. Doch dagegen gilt es anzukämpfen. Grenzüberschreitungen, in welcher Form auch immer, sind niemals in Ordnung!

Gleichberechtigt?

Oft wird uns erklärt, Frauen seien eh schon gleichberechtigt, doch das ist eine falsche Darstellung der Tatsachen. Denn die Welt in der wir leben, wird überwiegend von Männern geprägt, obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung darstellen. Fakt ist, in Österreich verdienen Frauen auch noch 2014 bis zu ein Drittel weniger als Männer. Von den weltweit 1,3 Milliarden Menschen, die in akuter Armut leben (weniger als 1 US-Dollar pro Tag), sind 70 Prozent Frauen. Außerdem besitzen Männer 99 Prozent des Gesamteigentums auf der Welt. Nur 10 Prozent des Welteinkommens gehen an Frauen, während von den Kindern, die keinen Zugang zu Bildung haben 2/3 Mädchen sind.

Frauen schminken sich, Männer verändern die Welt?

In unserer Zeit, in der Medien eine so große Rolle spielen, werden Rollenbilder bewusst, wie unbewusst vorgegeben und beeinflussen so unser Weltbild. Die unterschiedliche Darstellung von Frauen und Männern zieht sich durch sämtliche Medien.

In Zeitungen, im Radio, in Filmen und Serien werden diese Klischees vom „starken“ und „schwachen“ Geschlecht werden oft unreflektiert wiedergegeben: Männer werden als erfolgreiche Geschäftsmänner, Familienernährer oder „Frauenhelden“ dargestellt, während Frauen vor allem als abhängig, emotional und oberflächlich gezeigt werden. Männer scheinen das Recht zu haben, über weibliche Körper zu bestimmen, sie als Objekte zu behandeln und ihre Wünsche und Entscheidungen nicht ernstzunehmen. Besonders stark werden Rollenklischees wie diese in Werbungen vermittelt: 78 Prozent der Frauen, die in den Spots über den Bildschirm hüpfen, wirken entweder naiv und unselbstständig oder romantisch und verführerisch. Nur 12 Prozent der Darstellerinnen haben eine erfahrene und selbstbewusste Ausstrahlung.

Je öfter diverse (Rollen-)Bilder von der Medienlandschaft aufgegriffen und verwendet werden, desto nachhaltiger und konsequenter ist der Einfluss dieser Klischees. Medien geben somit einer Gesellschaft Leitbilder vor, die uns auch dementsprechend prägen. Durch die tägliche Versorgung mit Informationen transportieren sie Normen und gesellschaftliche Werte. Wie diese „Medienrealität“ aussieht, hängt einerseits von den üblichen Denkweisen und gesellschaftlichen Normen ab und andererseits davon WER das Medium gestaltet. Grundsätzlich ist der Journalismus bis heute ein männliche dominierter Bereich geblieben. Der Großteil der weiblichen Redakteurinnen, die bei den Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen Fuß fassen können, ist auf wenige Ressorts beschränkt: Familie, Gesundheit, Mode und Garten. Die einflussreichen Themen wie Politik, Wirtschaft und Sport sind meistens in männlicher Hand. Untersuchungen von Mediawatch untermauern diesen Zustand: 81 Prozent der Nachrichten werden von Männern dominiert – nur 19 Prozent gehen auf das Konto von Frauen. Obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, nehmen sie nicht einmal ein Fünftel der Berichterstattung im Fernsehen ein.

Durch die Einflüsse der Medien, aber auch des sozialen Umfelds, werden uns von klein auf Rollenbilder antrainiert. So ist die Zeit, die wir in der Schule verbringen, maßgeblich an der Entwicklung, der Ausformung unserer Persönlichkeit und unserer Bewusstseinschaffung beteiligt. Wenn sich die Darstellung von Frauen im Unterricht und in Schulbüchern auf Haushaltsarbeit beschränkt, wenn Buben in einer Klassengemeinschaft mehr Raum einnehmen als Mädchen, wenn Lehrer_innen in Bereichen wie Gleichstellung der Geschlechter keine speziellen Schulungen erhalten, wenn sexistische Witze zum Alltag gehören, dann wirkt sich das alles auf die Weltbilder und Einstellungen der Schüler_innen aus.

Sei frech und wild und wunderbar!

Deshalb muss Sensibilisierung der Schüler_innen bezüglich Rollen und Klischees in der Schule beginnen! So ist die Zeit, die wir in der Schule verbringen, maßgeblich an der Entwicklung, der Ausformung unserer Persönlichkeit und unserer Bewusstseinschaffung beteiligt. Es gilt, Klischees zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und gegen Rollenbilder anzukämpfen. Gemeinsam müssen wir uns gegen Sexismus stellen und die Augen offen halten, wenn Diskriminierung passiert!